alles zum Thema Hollunder

alles was ihr dazu wissen müßt, findet ihr hier....

Wildstrauch im Mai "Holunderblüte "

Jetzt, Mitte Mai beginnt der schwarze Holunder zu blühen. Jeder kennt diesen, in fast ganz Europa häufig anzutreffenden, bis 15m  hohen Strauch mit den aromatischen duftenden weiss-gelblichen Doldenblüten.

Sein botanischer Name „Sambucus nigra L.“ kommt aus dem Griechischen „sambuke“ was soviel wie eine aus hohlen Ästen geschnitzte Flöte bedeutet .Ihr könnt das vielleicht mit euren Kindern ausprobieren, indem ihr das weiche,  weisse Mark aus einem Astabschnitt rauskratzt und Löcher hineinbohrt. Laut  wikipedia-lexikon bezeichnet man ihn im Altdeutschen als »holantar« oder »holuntar«, was »hohl« bedeutet und auf die leicht aushöhlbaren jungen Äste anspielt. Die Nachsilbe »-tar«  bedeutet dabei Baum“.

 Nigra“ kommt aus dem Lateinischen niger und bedeutet schwarz, was auf die Farbe der Beeren hindeutet. (In der Antike wurden die Beeren zum Schwarzfärben der Haare verwendet).

Das L. ist die Abkürzung für Carl von Linne, dem großen schwedischen Botaniker und Naturgelehrten (1707-1778), der die Pflanzen in eine einheitliche Nomenklatur mit Doppelnamen einteilte. Jeder wissenschaftliche Pflanzenname ist zweigeteilt in Gattungsnamen und Artbezeichnung.  In unserem Fall ist „Sambucus“ der Gattungsname und „nigra“ die Artbezeichnung.

Ich kann nur jedem der sich ernstlich mit Pflanzen beschäftigen will ans Herz legen sich die botanischen Namen einzuprägen. Dadurch entseht  keine Verwechslungsgefahr bei den oft verschiedenen deutschen Namen, ( in unserem Fall“ Flieder“, der mit dem Gartenflieder nichts zu tun hat). Ihr kennt dann auch gleich die homöopathischen Mittelbezeichnungen und könnt Euch mit dem Apotheker verständigen.

Der „Holler“ wie er auch genannt wird war bei den alten Germanen  der Wohnsitz der Hausgötttin Holle und gilt auch heute noch als Schutzbaum - wie auch die Haselnuß. Vor jedem Holler soll man den Hut ziehen. Er wird auch die Hausapotheke des Bergbauern genannt. Ich kann Euch nur empfehlen ihn in euerem Garten anzusiedeln oder wachsen zu lassen (er wird gern von den Vögeln verbreitet).

Der Holunder gehört zur Familie der Geißblattgewächse =lateinisch Caprifoliaceae, wie auch der Wollige Schneeball, der gerade verblüht ist oder der Gewöhnliche Schneeball der noch blüht, die Rote Heckenkirsche und das Waldgeißblatt, der Zwergholunder und Traubenholunder. Fast alle dieser Sträucher sind giftig!

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Auch unser Holunder ist in großen Mengen giftig! Rohe Beeren enthalten Blausäure und verursachen Übelkeit und Durchfall, ebenso die frische Rinde, Wurzeln und Blätter sind in großen Mengen giftig! Alle grünen Pflanzenbestandteile enthalten das leicht giftige, zum Erbrechen reizende Glykosid Sambunigrin.

Wir halten es mit dem großen Paracelsus der den Spruch prägte:
Die Dosis macht das Gift!

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Zurück zu unseren Holunderblüten, sie enthalten die schweißtreibenden Glykoside: Sambunigrin (wie Ihr vielleicht kombinieren könnt ist diese Bezeichnung von Sambucus abgeleitet s.o.), und Rutin ; außerdem Vitamin C, ätherische Öle und vieles mehr.

Wie Ihr erahnen könnt machen diese Inhaltsstoffe die Blüten zu einem idealen Mittel gegen Erkältungen; auch bei Rheuma, Zahn-, Nerven-, Hals-, und Kopfschmerzen und zur Blutreinigung leisten sie gute Dienste

Der Aufguß aus den Blüten ergibt einen wohlschmeckenden Tee, den auch Kinder mögen.

Zubereitung:2Eßlöffel getrocknete (oder mindestens die doppelte Menge frischer) Blüten mit1Tasse heißem Wasser übergießen und  - damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen (griechisch Äther = Himmelsluft und somit flüchtig)- zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, möglichst heiß trinken das verstärkt die schweißtreibenden Wirkung! . Mehrmals täglich trinkt man 1 bis 2  Tassen

Aus den Blüten kann man auch einen wohlschmeckenden Sirup zubereiten; sie können 14 Tage in Essig angesetzt werden oder auch in Wein; und nicht zu vergessen die Blüten in Ausbackteig herausgebraten sind eine Köstlichkeit

Probiert auch den Blütenaufguß bei fettiger ,unreinerHaut als Waschung oder Bad (2 Handvoll Blüten in einem Säckchen in die Wanne gehängt  oder einen starken Aufguß
-  ideal wenn noch Blüten vom vergangenen Jahr aufzubrauchen sind!

In der Homöopathie ( Mittelbezeichnung: Sambucus = Samb abgekürzt)  werden die frischen Blüten und Blätter in der Urtinktur  bis zur D6  Potenz vor allem bei dem trockenen Stockschnupfen der Säuglinge, bei Fieber, Rheuma und zur Stärkung des Immunsystems verabreicht

Sogar die KommissionE (= eine Kommission die vom Gesundheitsministerium eingesetzt ist, um die Wirksamkeit von Pflanzen zu überprüfen,-sozusagen ein amtliches Siegel-) bescheinigt den Holunderblüten eine Wirkung bei Erkältungen.

Genug geschrieben; wenn ihr etwas über die Anwendung als Färbemittel wisst oder besonders leckere Rezepte habt, würde ich mich freuen eine Mail: birgitga@web.de oder Telefonat 08671-12878 zu bekommen. Siehe auch www.kraeuterschule.com

Eure Birgit Garnweidner

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Hollerrezepte aus der Kräuterschule

Limonade/Sonnentee

Holunderblüten ( eventuell entstielen)mit Wasser bedeckt einige Stunden in der Sonne stehen lassen; mit (Blüten-)Eiswürfel, (Mineral-)Wasser oder Prosecco gekühlt servieren.
Auch geeignet sind die Blüten von: Giersch, Rotklee, Schafgarbe, Labkraut

Sirup (Grundrezept)

1 l Wasser erhitzen
1,5 kg Zucker und
45g Zitronen- oder Ascorbinsäure
zusammen in dem nicht mehr kochenden Wasser einrühren bis die Flüssigkeit klar ist
25 (entstielte) Blütendolden hineinlegen u.24 Stunden zugedeckt ziehen lassen
durch Sieb in eine Schüssel abseihen und ausdrücken
in Glasflasche füllen, kühl gestellt ca 1 Jahr haltbar
Tipp: mit Mineralwasser verdünnen; oder mit Prosecco und Eiswürfel genießen
Auch mit heißem Wasser aufgegossen ein leckeres Getränk!
Variation: Lindenblüten, Melissenkraut, Rotkleeblüten, Schafgarbe u.v.m.
Probiert eigene Kreationen!

Blütenmilch

6 Blütendolden mit
1l heißer Milch übergießen
10 Min. ziehen lassen, abseihen
nach Bedarf mit: Zimt oder Vanille abschmecken und süßen
kühl servieren

Gelee (Grundrezept)

Blüten (entstielt) knapp mit Wasser bedeckt 1 Nacht stehen lassen
abseihen  und nach Packungsvorschrift mit Gelierzucker und etwas Zitronensaft sprudelnd kochen lassen
heiß in Gläser füllen; beschriften mit Datum
Variation: Blüten von Rosen, Löwenzahn, Schafgarbe s.o.

 

Holunderblüten in der Küche

Dass Holunderblüten äußerst schmackhaft sind, ist allgemein bekannt. In Bayern schätzt man die “Hollerküachl”. Hier eine edle Variante:

Wein-Holunderkücherl

1 l frisch gepflückte Holunderblüten gut ausschütteln, gründlich abbrausen und abtrocknen lassen.
2 Eigelb, 100 g Mehl, 1 Prise Salz und 1/8 l trockenen Weißwein zu einem Teig verrühren und abgedeckt einige Stunden ziehen lassen. Butterschmalz in einer Pfanne heiß werden lassen, die Blütendolden in den Teig tauchen und goldgelb braten. Vor dem Servieren mit Vanillezucker bestreuen.

Holunderblüten-Kaltschale

300g frisch gepflückte Holunderblüten ausschütteln, vorsichtig abbrausen und die Stiele entfernen.
¼ l Frischmilch aufkochen lassen und die Holunderblüten kurz darin ziehen lassen, danach durch ein Sieb passieren. 100 g Honig hinzugeben und 3 Eigelb und 2 Teelöffel gemahlenen Ingwer hineinrühren. Vor dem Servieren eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen.

Holunderblüten-Gelee

9 frisch gepflückte Holunderblütendolden gründlich waschen, entstielen und in 1,5 l Wasser geben. Drei Tage abgedeckt ziehen lassen, danach abseihen. Den Saft einer ungespritzten Zitrone und 1,5 kg Gelierzucker dazugeben und ca. fünf Minuten kochen lassen.

Holunderblütenessig

100 g frisch gepflückte Holunderblüten schütteln, abbrausen und entstielen. In ½ l hochwertigen Weißwein- oder Rotweinessig geben und die Flasche gut verschlossen an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren. Nach ca. 2 Wochen ist der Essig gebrauchsfertig und kann zum Würzen von Salaten verwendet werden..

Bei rheumatischen Beschwerden sollte man täglich zwei Esslöffel Holunderblütenessig auf nüchternen Magen einnehmen!

Holundersekt

10 frisch gepflückte Holunderblütendolden schütteln, gründlich abbrausen und abtropfen lassen. Drei ungespritzte Zitronen in dünne Scheiben schneiden und die Kerne entfernen. Zusammen mit den Blütendolden, einer Tasse reinem Obstessig, 1,5 kg braunem Zucker in 10 l Wasser geben. Das Ganze in einen Topf oder lebensmittelechten Eimer (z.B. Honigeimer) geben und abgedeckt ca. eine Woche lang an einem warmen Ort stehen lassen. Ab und zu umrühren. Dann die Flüssigkeit durch ein Sieb gießen und in möglichst dickwandige Glasflaschen füllen, die dem Gärungsdruck standhalten. Die Flaschen gut verschließen und ca. zwei Wochen an einem möglichst trockenen, dunklen, kühlen Ort lagern.

Holunderblüten-Mischgetränk

4 frisch gepflückte Holunderblütendolden sorgfältig schütteln, abbrausen, entstielen und abtropfen lassen. ½ l Frischmilch zum Kochen bringen und über die Holunderblüten gießen. Das Ganze eine Viertelstunde lang ziehen lassen, dann abseihen. 1 Esslöffel braunen Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker und zwei Eigelb in die erkaltete Frischmilch geben und schaumig rühren. Vor dem Servieren eine Stunde lang im Kühlschrank kalt stellen.
Tipp: Zum Schluss 2 Schnapsgläser guten Weinbrand, weissen Rum oder Cognac untermischen.

Holunderblüten-Frischmilch

4 frisch gepflückte Holunderblütendolden schütteln, abbrausen, entstielen und abtropfen lassen. ½ l Frischmilch in einem Kochtopf erhitzen, die Holunderblütendolden dazugeben und ca. eine halbe Stunde lang ziehen lassen. Mit Vanillezucker abschmecken und kühl stellen.

Holundersirup

8 frisch gepflückte Holunderblütendolden schütteln, abbrausen und entstielen und in ca. 1,5 l Wasser geben. Das Ganze ca. drei Tage abgedeckt ziehen lassen und danach abseihen. Mit ca. 2 kg Zucker aufkochen und 50 g Zitronensäure hinzufügen. Möglichst heiß in saubere Flaschen füllen und gut verschließen.

 

Und das Wichtigste!!!!!!!

Holunderblütenschnaps

Zutaten:

750 ml Mineralwasser
750 ml klarer Doppelkorn
300 g Zucker
25 g Zitronesäure
10 Holunderblütendolden

 

Zubereitung:

Die Dolden unbedingt vor Regen ernten und möglichst nicht waschen, damit die Pollen erhalten bleiben (geben Farbe und Geschmack).

Die Dolden mit dem Wasser und der Zitronensäure in einen Behälter geben.
Diese Mischung 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Dann die Dolden herausnehmen (wenn ein paar Blüten zurückbleiben, macht das nichts).
Ins kalte Holunderwasser nun den Zucker einrühren, bis er sich auflöst und alles mit Korn auffüllen. In Flaschen füllen und verschenken oder selber genießen.
Viel Spaß beim BRAUEN und TRINKEN!

 

 

Der Unterschied zwischen Fasching und Carneval

Fasching

Das Wort Fasching taucht im Hochdeutschen bereits ab dem 13. Jahrhundert zunächst in den Formen vaschanc und vaschang auf. Etymologisch[1] leitet sich Fasching, Vaschang vom „Fastenschank“ her, also dem letzten Ausschank (alkoholischer Getränke) vor der damals noch strengen Fastenzeit. Darauf verweist auch die mittelniederdeutsche Form vastgang, beziehungsweise die (spät)altnordische Form fostugangr für den Beginn der Fastenzeit. Die Angleichung an Wörter mit -ing ist deutlich jünger.

Vom Fasching spricht man vor allem in Altbayern und Österreich (östlich des Arlbergs) im bairischen Sprachraum. In Sachsen und Brandenburg finden sich zwar verbreitet Karnevalsvereine, das Brauchtum an sich bezeichnet man regional jedoch auch als Fasching. Auch im norddeutschen Raum ist Fasching vielerorts die vorherrschende Bezeichnung für die närrischen Tage.

 

 

Karneval

Goldmasken beim Karneval in Venedig (1995)

Nördlich der Linie Bonn-Erfurt gibt es in Deutschland fast ausschließlich Karnevalsvereine, die Veranstaltung nennt man hingegen in Sachsen und Brandenburg auch Fasching. Verbreitet bezieht man den Karneval jedoch in erster Linie auf den rheinischen Karneval (siehe: Kölner Karneval, Düsseldorfer Karneval, Eschweiler Karneval, Aachener Karneval, Neusser Karneval, Mönchengladbacher Karneval). Die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt, die geläufigste Vermutung ist die Ableitung vom Mittellateinischen carnelevale (carne+levare) als die mit der Fastenzeit gemeinte „Fleischwegphase“; vereinfachend ist die Übersetzung von "carne vale" als „Fleisch, lebe wohl!“ möglich.

Im 19. Jahrhundert soll der Begriff auch auf das römische, vorchristliche lat. carrus navalis zurückgeführt worden sein, einem Schiffskarren, ein Schiff auf Rädern, das bei jährlichen Umzügen zum Wiederbeginn der Schifffahrt durch die Straßen geführt worden sein sollte. Hieraus soll sich die Tradition des Narrenschiffs gebildet haben. Jedoch sollen andere Forschungen ergeben haben, dass das Wort carrus navalis im klassischen Latein nicht existierte.

Der Begriff Karneval findet sich auch im internationalen Sprachraum, wird aber sehr unterschiedlich gefeiert. Karnevaleske Strukturen des Maskierens, Verkleidens und ritualisierter Ausgelassenheit lassen sich in allen Kulturen finden. Bekannt sind unter anderem der Karneval in Rio, Karneval in Venedig der Karneval von Québec, der Mittfasten (Lätare) - Karneval in Stavelot und anderen belgischen Ostkantonen, sowie in Spanien der Karneval in Cádiz. Auch in den Südstaaten der USA gibt es eine ausgeprägte Karnevalstradition. Man verwendet hier die französische Bezeichnung Mardi Gras (Fetter Dienstag, Fastnachtsdienstag). Eine ganz eigenständige Vitalität entwickelte der Karneval in Lateinamerika.

 

 

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Zeitlicher Verlauf


Beginn

Rheinischer Karnevalsumzug in Koblenz

Als Beginn der Fastnachtszeit galt bzw. gilt in den deutschsprachigen Ländern traditionell der Dreikönigstag.

Seit dem 19. Jahrhundert finden in vielen Gegenden zusätzlich am 11. November, ab 11:11 Uhr einzelne Veranstaltungen statt, zu denen insbesondere die Vorstellung des Prinzenpaars gehört. Hintergrund ist, dass auch das Geburtsfest Christi bereits kurz nach dessen Fixierung im Jahr 354 eine vorangehende 40-tägige Fastenperiode vorsah, vor deren Beginn man - wie vor Karneval - ebenfalls die später verbotenen Fleischvorräte aufzuzehren pflegte (Gansessen am 11. November, dem Martinstag).

Die Zeit vom 12. November bis 5. Januar bleibt aber selbst in den Hochburgen entlang des Rheins weiterhin weitgehend karnevalsfrei, was sich aus der erwähnten vorweihnachtlichen Fastenzeit, der Rolle des Novembers als Trauermonat und dem besinnlichen Charakter des Advent erklärt. Soweit von einer „Vorverlagerung“ des Karnevalsbeginns oder von einer „Saisoneröffnung“ am 11. November gesprochen wird, ist dies daher zumindest irreführend. Von seiner Entstehungsgeschichte her stellt der 11. November vielmehr einen zweiten, „kleinen“ Karneval dar; 1823 bestimmte nämlich ein "Festordnendes Comité" in Köln das närrische Datum zum Beginn der Vorbereitungen für einen von nun an geregelten Karnevalsumzug.

Höhepunkt

Den Höhepunkt erreicht die Fastnacht in der eigentlichen Fastnachtswoche vom schmotzigen/unsinnigen oder auch glombiga Donnerstag (von Schmotz = Schmalz, was auf in Schmalz gebackene Fastnachtsküchle hinweist) bzw. Weiberfastnacht über den Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag bis zum Fastnachtsdienstag, auch Veilchendienstag genannt. Dabei gibt es insbesondere am Rosenmontag entsprechende Umzüge - wobei sich Rosen ursprünglich nicht auf die Blume, sondern auf das Verb rasen bezog. Anderen Interpretationen zufolge verdankt der Rosenmontag seinen Namen dem vierten Fastensonntag, dem Rosensonntag.

Denkmal für Gardetrommler in Mainz

Die größten Umzüge finden in den Karnevalshochburgen statt: Köln, Mainz, Düsseldorf, Eschweiler, Euskirchen, Bonn, Koblenz, Krefeld, Duisburg, Aachen und Dülken. Aber auch weiter südlich, etwa in Frankfurt am Main (Fastnachtssonntag), Aschaffenburg (Faschingssonntag), Mannheim (Fastnachtssonntag), Wombach (Fastnachtssonntag) Würzburg, Karlstadt/Main (jeweils Fastnachtssonntag) oder Karlsruhe (Fastnachtsdienstag) gibt es große Umzüge mit mehreren Hunderttausend Besuchern. Als der größte Umzug im norddeutschen Raum ist der traditionelle Schoduvel in Braunschweig am Fastnachtssonntag und der Karnevalsumzug in Berlin bekannt.

In den Stadtteilen, Städten und Dörfern um diese Hochburgen herum gibt es Umzüge am Samstag (Nelkensamstag), Sonntag (Orchideen- oder Tulpensonntag) und Dienstag (Veilchendienstag). In Duisburg-Hamborn findet seit Jahrzehnten am Karnevalssonntag der größte Kinderkarnevalszug Europas statt.

In der Nacht zu Mittwoch um Punkt Mitternacht endet der Karneval und es gibt an vielen Orten die Tradition, dass die Karnevalisten in dieser Nacht eine Strohpuppe, den so genannten Nubbel, als Verantwortlichen für alle Laster der karnevalistischen Tage, vor allem wegen des ausgegebenen Geldes, verbrennen. In Düsseldorf und den niederrheinischen Städten wie Krefeld, Duisburg, Mönchengladbach, Kleve oder Wesel wird der so genannte Hoppeditz zu Grabe getragen. Dieser war ursprünglich eine typisch niederrheinische Narrenfigur. Dieser Schelm oder Hanswurst hatte Ähnlichkeit mit Till Eulenspiegel und den mittelalterlichen Hofnarren. So wird berichtet, dass es im 18. und 19. Jahrhundert am Niederrhein der kleinen Leute Brauch war, in der Nacht auf Aschermittwoch ausgerüstet mit Stangen, an denen Würste hingen, durch die Straßen zu laufen und lustige Lieder zu singen.

Ende

Ende des Karnevals ist der Aschermittwoch. Sein Termin hängt insofern unmittelbar von der Lage des Osterfests ab:

325 wurde auf dem Konzil von Nicäa das Osterdatum auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Um 600 legte Papst Gregor der Große eine 40-tägige Fastenzeit vor Ostern fest, die an die Zeit erinnern soll, die Jesus Christus in der Wüste verbracht hat. Nach dieser Regelung begann die Fastenzeit am Dienstag nach dem 6. Sonntag vor Ostern (Invocavit oder Dominicia Quadragesima, im Deutschen auch Funkensonntag).

Mit dem Konzil von Benevent im Jahr 1091 wurden die sechs Sonntage vor Ostern vom Fasten ausgenommen. So rückte der Beginn der Fastenzeit um sechs Tage nach vorne auf den heutigen Aschermittwoch.

Noch bis ins 16. Jahrhundert existierten beide Fastnachtstermine, die alte „Burefasnacht“ (Bauernfastnacht) und die neue „Herren-“ bzw. „Pfaffenfastnacht“ konkurrierend nebeneinander. Insbesondere im badischen Raum als auch in der Schweiz haben sich viele Bräuche der alten Fasnacht erhalten. Am bekanntesten ist davon sicherlich die Basler Fasnacht. Diese beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4:00 Uhr mit dem Morgestraich und endet am folgenden Donnerstag Morgen, ebenfalls um 4:00 Uhr. Aus diesem Zusammenhang erklärt sich auch, dass sich der Termin der protestantischen Basler Fasnacht - wie oftmals geschrieben - keineswegs auf die Reformation bezieht, sondern auf obige Begebenheit.

Im orthodoxen Raum beginnt das volle Fasten bereits am Montag nach dem 7. Sonntag vor Ostern, und bereits eine Woche vorher beginnt der Fleischverzicht. Die russische „Butterwoche“, in der traditionell gefeiert wird und große Mengen Blini, eine Art Pfannkuchen gegessen werden, liegt dazwischen; andere osteuropäische Länder haben ähnliche Bräuche. Da das östliche Osterfest oft später ist als das westliche - beruhend auf der westlichen Reform des Kalenders, verschiebt sich auch die Fastnacht.