Laudatio zum, 50. Berg`schen Carneval


Hohes Auditorium, Holde Narren und Narrhalesinnen, verehrte Gäste und Gästinnen, liebe Genossen und Genossinnen.


Weit mehr als zwei Personen haben mich bedrängt, um einen Abriss der letzten 50 Jahren des BCV, hier und heute darzulegen.Das wird zwar keinen interessieren, aber ich mache es trotzdem.


Wir der Carnevalsverein von Berga, der guten Willens ist, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben soviel, mit so wenig, so lange versucht, dass wir jetzt in der Lage sind, fast alles mit Nichts zu bewerkstelligen.


Heute hat der Verein ca. 85 Mitglieder. Davon 28 mit Glied und 42 ohne Glied, 15 Kinder und 10 Ehrenmitglieder ( sprich Träger der Goldenen Eichel, der höchsten Auszeichnung des BCV.) Der Älteste ist 72 Jahre, der Jüngste 6 Jahre. Wir haben in 50 Jahren fast eine viertel Millionen Besucher zu verzeichnen gehabt.


In den Anfangsjahren gab es 4 tolle Tage am Stück mit 8 Veranstaltungen. Die meisten Besucher waren 1969 am 11.11. in der Stadthalle, mit 700 Leuten, heute unvorstellbar.


Die ersten Jahre nach der Wende haben wir viele Erfahrungen sammeln müssen, im Bezug auf Marktwirtschaft.Wir hatten ja einen Bildungsauftrag.

Dank des ersten Vorstandes wurde aus dem damaligen Faschingsclub Berga, der Berg`sche Carnavals Verein 1965 e.V. mit Statut und viel Geschick und Umsicht ins neue Land gebracht. Man hat sich so durch geMerkelt.

Viele unserer Mitglieder wurden zum Spaßaufbautraining nach Witzenhausen geschickt.

Ich merke, ich liege mit meiner Laudatio, intelligenzmäßig noch im Soll.


So gab es in 50 Jahren weit mehr als 25 Motto- Veranstaltungen wie Seefahrt , Märchen, Country, auf der Alm, die Schule brennt, Wetten das, Dschungel u.v.m.


Aus unseren beleibteren, reiferen Herren entstand die Ranzengarde mit ihre unvergessenen Tänzen ( Gewicht mind. 99 kg, oder 110 cm Taillenumfang) wie: Tanz der Mistkäfer, Matroschkas, Geishatanz, Tanz der Haremsdamen, Rülpsballet, Sirtaki , man könnte noch einiges mehr aufzählen.


Spektakuläre Schlüsselübergaben am Rathaus, mit Verpflegung und Programmteilen war bis vor einigen Jahren noch Bestandteil Berga`s, aber die Stadtverwaltung ruderte immer mehr zurück und es wurde dann nur noch eine Lachnummer. ( es war Interessenlosigkeit)

Ab 2009 wurde der Bürgermeister zur Schlüsselübergabe ins Klubhaus bestellt. Es war zwar nicht spektakulär, aber beide Seiten hakten es ab.


Eine Stadt ohne Stadtschlüssel zu leiten ist schon eine große Leistung, denn am Aschermittwoch 2014 hat unser BMster wegen Überlastung die Schlüsselübergabe glattweg verpasst.

Diese Information ( Überlastung des BM ) haben wir von gut informierten Kreisen aus dem Rathaus ( wir haben auch in der Stadtverwaltung unsere Schläfer)

10 Minuten vor der Angst, also am 11.11.2014 um 11:00 Uhr hat unser damaliger BM gegen ein Strafendgeld den Schlüssel vom BCV zurückbekommen, um ihn um 11:11 Uhr wieder abzugeben.


Kurioses

-In den 80-iger Jahren gab es in der Stadthalle , Samstags keine Kapelle und für die 500 angereisten Gäste gab es nur eine eigene Disco. Die Veranstaltung begann eine Stunde später und wurde eine der schönsten Veranstaltungen.

-1968 wurde ins Programm ein Schafbock zur Verstärkung der Polizeigarde mit eingearbeitet, das wäre heute ein gefundenes Fressen für die Tierschützer

-1972 Eröffnungsschuss der Polizeigarde in der Stadthalle

Kanone in Stellung, Schuss in Saalmitte, scharfer Schuss!! , 1 wbl. Narr verletzt, Strumpfhose kaputt. Um eine Anzeige der Eltern zu umgehen, wurde für damalige Verhältnisse eine teure Flasche Cognac und eine neue Strumpfhose als Schmerzensgeld bezahlt.


Auch unsere damalige Prinzengarde ( nur 6 Mädels) wollte natürlich nach bekannter Weltmusik tanzen, viel später erfuhr man erst, das die Kavallerie ein Weihnachtslied ist.

Vorreiter bei den Prinzengarden der Region war nach der Wende Berga. Viele Jahre belegten sie bei Ausscheiden immer wieder vordere Plätze. Sogar ein Auftritt bei der Messe Caravan und Camping in Düsseldorf war dabei.


1982 musste der Saal am 11.11 wieder ab dekoriert werden. Grund: unser innig geliebter Genosse Breschnew Hatte uns verlassen. Veranstaltung lt. Behörde nur möglich ohne Deko und mit leiser Musik.....son Quatsch


Für Mottoveranstaltungen wie „ Seefahrt“ wurden z.B. Fischernetze vom Fischzuchtbetrieb Hohenölsen geliehen. Fazit 14 Tage hat der Saal nach Fisch gerochen.



Weitere bemerkenswerte Dinge

Aufwendige Kostüme, Dekorationen werden selbst angefertigt, eigene Musik, Orden wurden selbst kreiert. Seid über 20 Jahren betreut der BCV mit Partner der Gastronomie alle Veranstaltungen selbst.


Eigene Veranstaltungen:

* Mitwirken bei der Kirmes

* 1. Mai Fussballtournier ( waren wir 1977 Vorreiter)

* Ostereier – Werfen

* Bootsfahrten auf der Elster

* jährliche Vereinsausfahrt

* jährliche Frauentagswanderung

* Unterstützung vieler Organisationen und Betriebe und Veranstaltungen


Auch unsere Einheimischen , die nicht von hier stammen, stärkten nach der Wende unseren Verein und sind uns bis heute noch treu.

Besonders stolz können wir im Verein ein Rosenmontagskind aus den eigenen Reihen präsentieren.


Voller Spannung, unverwechselbar und mit großem Erfolg wurde immer unsere Plaudertasche „Putzi“ erwartet. Sie zeigte in ihrer gekonnten Art, Missstände im städtischen Bereich auf. Leider wurde sie durch eine hohe Ablösesumme dem Kirmesverein übereignet.


Selbst für Personen mit Körperwahrnehmungsstörungen haben wir eine Polizeizelle und für Notgeile führt die Polizei Trauungen durch.


50 Jahre BCV, das heißt 50 Jahre Unterhaltung aber immer mit Haltung.

Dank all denen, die uns über 50 Jahre die Treue gehalten haben und das sind nicht wenige.

Bevor das Niveau noch mehr sinkt, hör ich lieber auf und wünsche uns für die kommenden Programmteile ( bzw. beim Stöbern durch die Homepage) viel Spaß und gute Laune


Ihr Laudator